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Und es funktioniert!

Der Titel kommt Dir sicher bekannt vor. Tatsächlich.... es ist der Slogan der Firma „Dipl.Ing. Walter Fust“. Ich habe diesen entlehnt, weil ich glaube, jetzt langsam behaupten zu können, dass auch das ganze Konzept und die Prozesse, die ich für UMINO definiert habe, wirklich funktionieren – nicht nur die Kühlschränke von Walter Fust! Die letzte grössere Nagelprobe hat am 20. November stattgefunden. An diesem Tag bin ich „mit grossem Gwunder“ im offenem, kurzärmligen Hemd bei Sonnenschein (während es bei Euch in der Schweiz Hudelwätter war ) auf meinem 150cc Motocross-Töff ins Büro gebraust. Ab 10 Uhr ist unser Büro immer für unsere Kunden offen und an diesem Montag war es an den ersten vier Darlehensnehmern, ihre monatliche Rate abzuliefern. Zwei Arbeitstage vorher, d.h. am vorangehenden Donnerstag, habe ich diesen vier Personen gemäss unserem Konzept eine SMS geschickt, dass am Montag die erste Ratenzahlung fällig ist. Und siehe da: Alle Darlehensnehmer haben pünktlich bezahlt. Uff!! Wobei einer hat nur 2'000 Kwacha (ca. 200 CHF) anstatt 2'329.10 Kwacha bezahlt. Den Rest hat er dann drei Kalendertage später bezahlt – inklusive Strafzins von 7 Kwacha. Bei einem Zahlungsverzug - wir gewähren pro Rate maximal 30 Tage - muss der Darlehensnehmer einen Strafzins von 1% pro Kalendertag bezahlen. Dies ist bewusst sehr viel und soll dem Darlehensnehmer auch ein bisschen weh tun. 30 Tage Zahlungsverzug entsprechen einem Strafzins von 30%, was fast so viel ist, wie ein „normaler“ Jahreszins von 39.5%! .................................................................................................................................... Noch ein Nachtrag zu meinen Befindlichkeiten und meinem emotionalen Haushalt, worüber ich vornehmlich in meinem letzten Blog berichtet habe: Eine der grössten Herausforderungen in einem Land wie Sambia ist es sicher, emotional nicht in eine Negativspirale zu geraten. Ich nenne hier nur zwei Eigenschaften der Sambier, die einem manchmal auf die Palme bringen können (und von denen gibt’s hier in der Tat sehr viele....!). Eine Eigenschaft ist der Umgang mit der Wahrheit. Wenn man in der Schweiz nicht die Wahrheit sagt, so bezeichnen wir das als Lügen und beurteilen dies, meines Erachtens auch richtig, als ethisch verwerflich. Hier in Sambia gehört Lügen „zum Alltag“ und hilft den Leuten oft, besser über unangenehme oder verfahrene Situationen hinwegzukommen. Ich glaube, das Lügen ist hier in diesem Land so etwas wie ein „Überlebensprinzip“, d.h. notwendig, um das Leben überhaupt meistern zu können. Ihr könnt Euch vorstellen, dass es nicht so einfach ist, die vielen Kreditanträge mit den Antragstellern durchzuarbeiten und immer den Gedanken im Hinterkopf zu haben, ob man jetzt angelogen wird oder nicht. Die andere Eigenschaft ist das, was sie hier „Event-time“ nennen. Wenn ich eine Sitzung zum Beispiel auf 14.00 abmache, dann bin ich immer pünktlich – was bei Sambiern überhaupt nicht selbstverständlich ist. Wenn ihnen was dazwischenkommt, oder das, woran sie gerade sind, länger dauert, dann dauert das eben alles ein bisschen länger . Wie kann man nun verhindern, dass man durch diese beiden und auch andere, uns unangenehme Eigenschaften des hiesigen Volkes in den Sog einer Negativspirale gerät? Zum einen hilft sicher, dass man seinen Fokus auf die wunderbaren Qualitäten der Sambier richtet, die da unter anderem sind: Unglaubliche Freundlichkeit, Fröhlichkeit und auch Duldsamkeit. Auch hilfreich ist eine starke Toleranz und hier – das muss ich zugeben – habe ich in den nächsten Jahren sicher noch ein bisschen Arbeit an mir zu leisten. .................................................................................................................................... Ich habe in früheren Blogs schon geschrieben, dass ich mit meinem Loan Officer, Elvis Lubasi, einen absoluten Glücksgriff getan habe. Er ist ein grosses Talent und hat zusätzlich – wenn ich so sagen darf – eine in diesem Land unüblich hohe Leistungsmoral. Nur in einem Punkt ist es sicher gut, wenn er seinen Arbeitsrhythmus nach anderen Prioritäten ausrichtet, als er sich das vornehmlich gewohnt ist. Die Thematik, worum es geht, bezeichne ich als den Gegensatz „Plan versus Flow“. Die westliche Arbeitsmethodik ist es, nach einem Plan vorzugehen. Wenn ich zum Beispiel weiss, dass ich an einem bestimmten Tag sechs Tätigkeiten abgeschlossen haben möchte, dann teile ich die Zeit entsprechend ein, die ich für jede dieser Tätigkeiten aufwende. Der Sambier geht da normalerweise ganz anders vor. Er beginnt da mal mit der ersten Tätigkeit, die auch nicht unbedingt die dringendste und notwendigste sein muss, nein, einfach „weil sie gerade so daherkommt“. Und dann widmet er sich dieser Tätigkeit auch so lange, bis beispielsweise ein möglicher Darlehensnehmer in einem ersten Kontaktgespräch auch wirklich alle seine Fragen, ob relevant oder nicht, losgeworden ist. Dies nenne ich das „Flow-Prinzip“. Während Elvis auf diesem Gebiet noch Verbesserungspotential hat, habe ich das natürlich auch auf anderen Gebieten (siehe vorheriger Abschnitt ). .................................................................................................................................... Vergangene Woche hat mein zweiter Mitarbeiter, Mickson Mwape, seine Arbeit aufgenommen. Er hat die Funktion eines Assistenten. Diese Funktion ist für UMINO sehr zentral und äusserst wichtig. Der Assistent pflegt z.B. alle Datenbanken (loan master file, client master file etc.), überwacht, ob die einzelnen Ratenzahlungen termingerecht gemacht werden und nimmt diese Zahlungen auch entgegen. Mickson ist 25 Jahre alt und hat jetzt gerade die hiesige Mittelschule abgeschlossen. Ob das mit Mickson wirklich etwas wird, macht mir im Moment grosse Sorgen. Ich habe mir gedacht, wenn einer die Mittelschule abschliesst, dass er dann einen Ausbildungsstand hat, der in einer Unternehmung wie UMINO zu gebrauchen ist – natürlich nach einer angemessenen Einarbeitungszeit. Es scheint aber leider so zu sein, dass die Qualität der Mittelschule (mindestens hier auf dem Land) in Sambia sehr tief ist, viel tiefer als ich angenommen habe. Englisch, Mathematik, Excel-Kenntnisse sind bei Mickson auf einem kritisch tiefen Niveau. Ich werde ihm jetzt mal ein paar Wochen Zeit geben, sich weiter einzuarbeiten und dann schauen wir weiter... Zur Illustrierung lege ich hier einen Snapshot eines Darlehensvertrages bei, den Mickson aufgrund einer handgeschriebenen Vorlage von Elvis ausfüllen musste. Könnt ihr es lesen? .................................................................................................................................... Eine grosse Problematik der Entwicklungshilfe ist es, mit dem vielen Geld, das der „Norden“ spendet, überhaupt eine (nachhaltige) Wirkung zu erzielen. Zu diesem Thema gibt es unzählige wissenschaftliche Untersuchungen und Ansätze. Beim Erstellen des ganzen Konzepts für UMINO war mir wichtig, dass wir uns selbst messen, ob wir unsere Mission auch wirklich erfüllen, nämlich den ökonomischen Wohlstand in dieser armen Gegend ein bisschen fördern zu helfen. Wie gehen wir da vor? Jeder Darlehensnehmer wird vor dem Entscheid, das Darlehen zu geben oder nicht, vor-Ort besucht, wo wir anhand von vier ausführlichen Formularen das sogenannte Detail-Assessment machen. Das vierte Formular besteht aus zehn Fragen. Deren Beantwortung ergibt dann eine Punktzahl, die angibt, mit wieviel Prozent Wahrscheinlichkeit der entsprechende Haushalt über oder unter der für Sambia definierten Armutsgrenze liegt. Nach drei Jahren möchte diese Befragung bei allen Haushalten wiederholen, denen wir ein Darlehen gewährt haben, und damit feststellen, ob sich das Wohlstandsniveau verbessert hat. Die von UMINO angewendete Methode heisst „PPI-Index“ (Progress-out-of-poverty-Index). Sie wurde für 59 Entwicklungsländer entwickelt, unter anderem auch für Sambia, wo 20'000 Haushalte mittels dieser 10 Fragen erfasst wurden und daraus dann die Kurve der Armuts-Wahrscheinlichkeit für dieses Land abgeleitet wurde. Gemäss der entsprechenden PPI-Skala sollte ein Haushalt mindestens 80 Punkte (von maximal 100 Punkten) haben, um mit Sicherheit nicht mehr unter der Armutsgrenze zu sein. Wie sieht nun das bisherige Resultat aus unseren Assessments aus? Wir haben bisher 48 Haushalte befragt. Die durchschnittliche Punktzahl beträgt 37. Sie besagt, dass die Haushalte im Schnitt mit 60% Wahrscheinlichkeit UNTER der für Sambia definierten Armutsgrenze leben! Die tiefste Punktzahl ist 15 (92% Wahrscheinlichkeit), die höchste 79 (0.3% Wahrscheinlichkeit). Die Streubreite ist damit relativ gross, doch alle Haushalte sind mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit unter der Armutsgrenze, kein einziger Haushalt ist über dieser Grenze. .................................................................................................................................... Vergangene Woche habe ich ein Pilot-Projekt gestartet, das hoffentlich wegweisend für alle Farmer in unserem Zielgebiet werden kann! Das heutige Problem der Kleinfarmer hier ist, dass sie ihre Ernte jeweils einzeln Vor-Ort einem Händler verkaufen, der normalerweise aus Lusaka kommt und vielmals keine guten Preise bezahlt, manchmal sogar gar nicht bezahlt oder erst viel später. Ich habe jetzt ein Gruppen-Projekt gestartet, in dem ich elf Erdnussfarmer gewinnen konnte, denen ich je ein Darlehen für den Anbau der Erdnüsse gebe (Samen und Pflügen und für teilweise vergebene Fremdarbeiten für Unkraut jäten und Erdnüsse schälen). Hauptziel dieses Projekts ist es, die Stufe und damit auch die ungerechtfertigte, oftmals hohe Marge des vorerwähnten Zwischenhändlers auszuschalten. Ich habe vorgängig zu diesem Gruppenprojekt mit einem grossen Endhfändler in Lusaka einen Vertrag verhandelt, in dem er UMINO garantiert, dass er die rund 5 Tonnen Erdnüsse aus unserem Projekt zu einem Minimalpreis von 5 Kwacha (50 Rappen) pro Kilo geschälte Erdnüsse abnimmt. Sollte der Händler einen Preis von mehr als 5 Kwacha erzielen, so wird der Mehrertrag 50%/50% zwischen Farmer und Händler geteilt. Die elf Farmer liefern dann ab Mai/Juni 2018 bis spätestens 31.8.2018 ihre Ernte an UMINO ab (ich habe Vorratsräume). Im September organisiert und finanziert UMINO dann den Transport der gesamten Ernte nach Lusaka und bezahlt den Reinertrag (nach Abzug aller Kosten für UMINO inkl. des Zinsertrags) schlussendlich an die einzelnen Bauern aus. Dieses Projekt stellt mich total auf. Ich hoffe, es wird ein Erfolg und vor allem, dass es dann für die Saison 2018/2019 die erhoffte Signalwirkung bei vielen anderen Bauern entfaltet!

2.12.17 19:32, kommentieren

Einblick in das Innenleben eines Top-Bankers

Nach den vielen Zahlen und Fakten in den letzten Blogs möchte ich in diesem Beitrag mal ein bisschen mein Inneres nach aussen kehren. Neben all dem Faktischen gibt es natürlich auch das Innenleben eines Top-Bankers (bin ich doch, oder, ich stehe ja an der "Spitze" meiner Organisation ). Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, dass sich meine Gedanken im Moment fast Tag und Nacht um UMINO drehen. Bei etwas, was man von Grund auf neu startet, gibt es so viele Schrauben und Schräubchen zu berücksichtigen, dass dieser konstante innere Monolog über einzelne Projekte und auch Prozessschritte dieser neuen Organisation eigentlich nie aufhört – auch nicht aufhören darf. Dienst nach Vorschrift wäre hier ein schlechter Ansatz. Auch im Halbschlaf kommen mir manchmal Gedanken, und vielmals morgens unter der Dusche, wenn mein Geist nach dem ersten Kaffee am klarsten und frischesten ist und sich die Gedanken über Nacht auch ein bisschen „gebüschelt“ haben. .................................................................................................................................... Fühle ich mich gut bei dieser ganzen Beanspruchung? Ein klares „Ja“, es macht Spass und ist hochinteressant. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch so, dass ich mich im Privaten möglichst gegenüber dem Geschäftlichen abgrenzen muss, damit ich nicht einen Strudel gerate. Das ist vielleicht ein bisschen so, wie bei einem allgemeinpraktizierenden Landarzt (gell, Beni...), der zeitweise sieben Tage die Woche und manchmal auch nachts im Einsatz ist. Morgen Montag ist zum Beispiel wieder so ein spezieller Tag, der in meiner Gemütslage dieses ganze Wochenende immer wieder anklingt. Es ist die erste richtige Nagelprobe, ob die ersten Rückzahlungsraten termingerecht zu uns ins Büro gebracht werden. Morgen sollten vier Darlehensnehmer ihre erste Monatsrate abliefern. Ich werde Euch im nächsten Blog darüber berichten, wie das abgelaufen ist. .................................................................................................................................... Nun noch ein paar Neuigkeiten und Gedankensplitter: .................................................................................................................................... Vor rund zwei Wochen ist eine kriminelle Bande hier in Mpanshya in die Gebäulichkeiten der Krankenpflegerschule eingebrochen und wollte den Safe aufbrechen. Zum guten Glück ist ihnen das nicht gelungen und die Nachtwache wurde dabei auch nicht verletzt, sondern nur gefesselt. Irgendwie muss diese Bande Kunde davon bekommen haben, dass in diesem Safe Geld aufbewahrt wird. Sie haben offensichtlich auch nach dem oder der „Muzungu“ (weisser Mann oder Frau) gefragt, der/die dieses Geld verwaltet. Mit dieser Muzungu ist höchstwahrscheinlich Kathrin Furrer gemeint. Dieser Einbruch war ein klarer Weckruf für mich! Es ist eigentlich klar, jetzt wo wir begonnen haben, Darlehen auszuzahlen, ist es nicht eine Frage des „ob“, sondern nur des „wann“, bis man auch probiert, unser Geld zu stehlen. In einer Sofortmassnahme habe ich angeordnet, dass tagsüber das Eingangsgitter immer geschlossen bleibt und wir unsere Kunden einzeln raus- und reinlassen. Für die Nacht haben wir folgendes Sicherheitskonzept definiert: Maschendrahtzahn kombiniert mit Stacheldraht rund ums Gebäude, zwei Hunde innerhalb des Zauns und eine Nachtwache. Diese Nachtwache würde bei verdächtigen Geräuschen sofort die Polizei und auch das Militär informieren. Mit dem Polizeichef hier vor Ort habe ich mich schon getroffen und dem Kommandanten des hier stationierten Militärlagers werde ich nächstens meine Aufwartung machen. Am vergangenen Freitag habe ich dann auch zwei Vertreter der Sicherheitsfirma „Headsup“ bei uns im Büro empfangen, die mir voraussichtlich bis Mitte Dezember einen ausgebildeten Nachtwächter besorgen. Hier das Bild mit den beiden Headsup-Leuten, Elvis Lubasi und mir (der zweite von links ist Mr. Arthur, der mit schusssicherer Weste kam (!), und der Mann rechts aussen ist ein Teilhaber von „Headsup“): .................................................................................................................................... Jetzt noch eine interessante Begebenheit, die ich vor etwa einer Woche hatte: Auf der Rückfahrt von einem Meeting in Lusaka nach Mpanshya bin ich in eine Geschwindigkeitskontrolle geraten. Zuerst hat sich das übliche Prozedere abgespielt. Der Polizeibeamte, der mich aufgehalten hat, rollte bedrohlich mit seinen Augen und forderte mich dann auf, zu seinem Vorgesetzten zu gehen, der wie üblich in einem in der Nähe geparkten Polizeifahrzeug sass. Auch das Bild, das sich mir da bot, war sehr üblich. Dieses Vorgesetztenexemplar war wie alle anderen, die ich bisher erlebt habe, sehr, sehr dick und war gerade dabei, noch die Reste einer saftigen Tomate zu verdrücken. Er hat mir eröffnet, dass ich die üblichen 300 Kwacha für die Geschwindigkeitsübertretung bezahlen muss. Dann hat er mich aber noch gefragt, was ich in Mpanshya eigentlich mache und ob ich Arzt sei. Ich habe ihm gesagt, dass ich eine Mikrofinanzorganisation leite. Und dann wurde es unüblich. Der Polizist hat mich dann sehr gelobt, dass ich etwas sehr Gutes für dieses arme Land mache. Deshalb erlasse er mir die Hälfte der Busse und ich müsse ihm nur 150 Kwacha bezahlen. Grosszügig, heh, oder merkt ihr den Trick?! Bei der vollen Busse von 300 Kwacha hätte er einen Bussenzettel ausstellen und dieses Geld dann an den Staat hätte abliefern müssen. Das nennt man doch eine sambische win-win Situation! Ein bisschen ernsthafter: Nachdem ich wieder abgefahren bin, habe ich mich schon gefragt, ob ich diesen kleinen Korruptionsfall hätte akzeptieren dürfen. Die beiden Alternativen hätten wohl darin bestanden, dem Polizisten entweder einen vollen Erlass der Busse abzuringen (weil ich doch oh so viel für sein Land leiste) oder dann auf dem Bezahlen der vollen Busse zu bestehen. Im letzteren Fall hätte er ob solcher Dummheit eines Muzungus innerlich wohl ziemlich den Kopf geschüttelt und dies ein eventuelles Vorurteil auf seiner Seite möglicherweise weiter bestärkt, dass die weisshäutigen Wesen ziemlich komisch und eigentlich dumm sind. Jetzt kommen „die“ aus ihrem Heimatland mit allem Luxus hierher, um freiwillig in einer einfachen Hütte zu leben und bestehen dann erst noch darauf den vollen Betrag einer Busse zu bezahlen. .................................................................................................................................... Bis letzten Freitag habe ich 35 Darlehen über einen Gesamtbetrag von 285'000 Kwacha (rund 28'500 CHF) ausbezahlt. Da waren zum Teil grössere Brocken darunter, wie zum Beispiel das Darlehen für einen 2-Tonnen-Lastwagen an einen Mangofarmer (siehe auch letzten Blog und dann auch die Fotos unten) über 130'000 Kwacha oder das Darlehen an einen Automechaniker, der für 30'000 Kwacha (3'000 CHF) ein Autowrack kauft, dieses dann wiederherstellt und innerhalb von drei Monaten mit hoffentlich gutem Gewinn weiterverkauft. Vor allem bei diesen grösseren Darlehen habe ich mich in der Vergangenheit bei der manuellen Ausgabe der Banknoten (die grösste Note ist nur 100 Kwacha!) manchmal verzählt, d.h. immer zu viel ausgegeben (weil die Noten manchmal so alt sind, dass sie richtig aneinanderkleben). Deshalb habe ich in meinem bevorzugten Chinesenshop in Lusaka für 1'200 Kwacha ein professionelles „Geldzählmaschinchen“ gekauft. Jetzt huschen die Noten wie das „Bisiwätter“ durch die Maschine, dass es eine Freude ist, und ich muss den fehlenden Betrag nicht immer wieder selbst aus dem eigenen Sack berappen. .................................................................................................................................... Hier ein Bild des 2-Tonnen-Lastwagens des Mangofarmers „vorher“ und am Tag danach, als der Farmer wieder auf dem Weg nach Lusaka nochmals voll beladen mit Mangos bei unserem Büro vorbeigefahren ist. Der Lastwagen war übrigens nach einhelliger Übereinstimmung der involvierten Sambier ein sehr guter Kauf. Er war ziemlich "neu" (Jahrgang 2003 und hatte „nur“ 575'000 km auf dem Tacho...). .................................................................................................................................... Noch ein Schmankerl, das ich heute doch auch noch loswerden möchte. Letzthin kam ein aktueller Darlehensnehmer wieder in unserem Büro vorbei. Ich habe ihn dann gefragt, ob der das SMS erhalten habe, das ihm UMINO vor zwei Arbeitstagen geschickt hat. Er hat die Frage verneint und dann angefügt, dass dies in diesen Tagen jetzt leider oft vorkommt, dass das Telefonnetz so überlastet sei, dass SMS teilweise nicht ankommen. Im ganzen Land fänden aktuell Schulabschlussprüfungen statt. Die Schüler würden sich dabei während den Prüfungen – anstelle von Spicks wie wir früher - gegenseitig per SMS aushelfen. „Se non e vero e ben trovato“!

2.12.17 19:29, kommentieren