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Das erste Loan von Umino !

Diesen Freitag, 13. Oktober, um 11.23h war es endlich soweit - Umino hat das erste Darlehen ausbezahlt!!! Dieser historische Meilenstein () ist fast auf den Tag genau acht Monate nach meiner Ankunft in Sambia im Januar und zwei Monate nach der Kick-off Veranstaltung endlich erreicht. .................................................................................................................................... Auf dem Bild ist der Darlehensnehmer (Mr. Hendrix Muluso) mit einer einfachen Urkunde in den Händen. Er ist eingesäumt von den beiden Bürgen – und unschwer zu erkennen, ich selbst auf der rechten Seite. Vielleicht noch zur Erklärung des ernsten Gesichtsausdrucks der drei Personen (ich ja der einzige, der ein bisschen lächelt): Sobald jemand mit einer Kamera auftaucht, dann erstarren die Sambier immer zu Salzsäulen ... , ausser man reisst ein kleines Witzchen, das ich in diesem Fall leider verpasst habe. Das Witzchen hat dann zur Folge, dass die Gesichter natürlich immer noch schwarz sind, aber dann die wunderschön weissen Zähne das Bild auszufüllen beginnen. .................................................................................................................................... Die Bürgen haften im Falle eines Zahlungsausfalls für den gesamten Darlehensbetrag plus Zinsen. Das Darlehen wurde für eine Wasserpumpe über einen Betrag von 1'595 Kwacha (= rund 160 CHF) gewährt. Die Zinsen für das Darlehen mit einer viermonatigen Laufzeit betragen rund 133 Kwacha (= rund 13 Franken). Die Rückzahlung erfolgt viermal monatlich mit einem gleichbleibenden Betrag von rund 432 Kwacha. Dieser Betrag enthält sowohl die Rückzahlung des Darlehensbetrages, sowie die monatliche Zinszahlung. .................................................................................................................................... Mr. Muluso ist ein Gemüsebauer, der Tomaten, Zwiebeln und Raps anbaut und diese auf dem lokalen Markt in Chimunsanya (Nachbardorf von Mpanshya, wo wir wohnen) verkauft. Bisher hat er sein Gemüse immer mühsam von Hand gewässert. Diese Wasserpumpe ermöglicht ihm einen grossen Produktivitäts-Sprung. Mit ziemlich grosser Wahrscheinlichkeit wird er nach Ablauf der vier Monate mit einem weiteren und grösseren Darlehensantrag kommen, um seine Gemüsezucht weiter auszubauen. Diese „Mechanik“ ist eines der Grundprinzipien von Umino. Das erste Darlehen an eine Person soll so klein wie möglich sein und auch so rasch wie möglich zurückbezahlt werden (unser Motto „as small and short as possible“). Wenn der Darlehensnehmer sich als zuverlässig erweist, dann sind wir sehr daran interessiert, ihm oder ihr ein weiteres, grösseres Darlehen zu geben, das auch eine längere Rückzahlungsfrist haben kann. Mit diesem Vorgehen minimieren wir das Risiko eines Zahlungsausfalls auf beiden Seiten, auf der Seite des Darlehensnehmers und natürlich auch auf unserer Seite. Zusätzlich hat dies auch eine Effizienzsteigerung zur Folge, wie ihr möglicherweise schon vermutet. Wenn ein Darlehensnehmer nämlich einen zweiten Darlehensantrag stellt, dann wird unsere Kreditprüfung massgeblich schlanker sein, als beim ersten Mal. .................................................................................................................................... Ursprünglich war in unserem Geschäftskonzept vorgesehen, dass wir niemals das Geld an einen Darlehensnehmer aushändigen, sondern die Ware immer selbst kaufen und diese dann aushändigen. Da dies auf unserer Seite aber massgeblich Zeit und Kosten verursachen würde, machen wir es jetzt so, dass wir normalerweise das Geld aushändigen (in Ausnahmefällen, vor allem bei grösseren Anschaffungen wie z.B. Fahrzeugen, werden wir die Ware kaufen). Der Darlehensnehmer verpflichtet sich im Darlehensvertrag, die Ware am nächstfolgenden Arbeitstag zu kaufen und wieder einen Arbeitstag später die Kaufbelege bei uns im Büro vorzuweisen. Auch bekommt er innerhalb von drei Arbeitstagen den ersten Vor-Ort Besuch durch den zuständigen Loan Officer von Umino, der dann checkt, ob die Ware physisch auch wirklich vorhanden ist. .................................................................................................................................... Wie geht es nun konkret mit diesem Darlehen weiter? .................................................................................................................................... Der Darlehensnehmer bekommt im ersten Monat der Darlehenslaufzeit zwei Besuche (den ersten Besuch habe ich gerade vorher erwähnt) und dann im Abstand von zwei bis drei Monaten einen weiteren Besuch. Die vier monatlichen Zahlungen muss er pünktlich an den vier festgelegten Daten bei uns im Büro abliefern. Als Service schicken wir dem Darlehensnehmer immer zwei Arbeitstage vor dem Fälligkeitstermin ein Erinnerungs-SMS. Sollte die Zahlung an einem der Daten nicht gemacht werden, so bekommt der Darlehensnehmer am folgenden Arbeitstag sofort Besuch durch den zuständigen Loan Officer. Während dieses Besuchs wird ein einfaches „Loan Extension Agreement“ unterzeichnet, bis wann genau der Darlehensnehmer die Ratenzahlung nachholt. Die maximale Verlängerung für diese Zahlung ist ein Monat. Damit es dem Darlehensnehmer auch „weh“ tut, bezahlt er pro Kalendertag der verspäteten Ratenzahlung 1% Strafzins. Das heisst, wenn die Zahlung zum Beispiel 15 Kalendertage später als zum ursprünglich festgelegten Termin erfolgt, dann bezahlt der Schuldner zusätzlich zur Ratenzahlung von 432 Kwacha einen Strafzins von rund 65 Kwacha. .................................................................................................................................... Was passiert, wenn das Datum der Nachzahlungsfrist wieder verpasst wird? .................................................................................................................................... In diesem Fall werden wir die Pfandgegenstände einziehen, die uns der Darlehensnehmer im Darlehensvertrag im Falle eines Zahlungsausfalls zu Eigentum überreichen muss. Hr. Muluso hat uns vertraglich folgende Pfandsicherheiten zu geschätzten Liquidationswerten zugesichert: Wasserpumpe (die mit diesem Darlehen gekauft wurde; 1'000 Kwacha), Solarpanel (200 Kwacha), Generator (350 Kwacha), Fernseher (275 Kwacha). .................................................................................................................................... Das Einziehen der Pfandgegenstände ist ohne Zweifel ein sehr schmerzhafter Prozess für beide Seiten! Deshalb ist unser Prozess bis zur definitiven Freigabe eines Darlehens sehr detailliert und so wasserdicht wie möglich gestaltet, um Zahlungsausfälle wenn immer möglich zu vermeiden. .................................................................................................................................... Die eingezogenen Pfandgegenstände würden dann an einer Auktion in Lusaka versteigert. Ich bin momentan daran, mit den zwei führenden, nationalen Auktionshäusern je einen entsprechenden Rahmenvertrag auszuhandeln. .................................................................................................................................... Sollte der Erlös aus der Auktion die bestehende Restschuld aus dem Darlehen nicht decken, dann werden die beiden Bürgen die Restschuld im Verhältnis ihres im Darlehensvertrag individuell festgelegten Haftungsbetrages begleichen müssen. In diesem Fall haftet die Bürgin Mrs. Dina Mwankotami mit 929 Kwacha und Mr. Kennedy Mailon mit 800 Kwacha. Wäre zum Beispiel noch eine Restschuld von 500 Kwacha zu begleichen, dann müsste Mrs. Mwankotami 269 Kwacha zahlen und Mr. Mailon 231 Kwacha.

15.10.17 14:44, kommentieren

Ferien in Namibia und UMINO

Vor einer Woche sind Lis und ich von dreiwöchigen Ferien in Namibia zurückgekehrt. Das waren unsere ersten „richtigen“ Ferien, nachdem wir im Januar zusammen in Sambia angekommen sind. Diese Ferien waren sehr abwechslungsreich, entspannend und ganz toll! Auch haben sie uns als Paar gutgetan, weil wir in dieser Zeit wieder viel Zeit füreinander hatten. Diese „Paar-Zeit“ ist vor den Ferien immer ein bisschen knapper geworden, weil ich sowohl zeitlich wie auch emotional sehr mit dem Start meiner neuen Mikrofinanzorganisation absorbiert war. Wir haben in diesen drei Wochen rund 5'000 Kilometer zurückgelegt. Das Maximum waren 800 Kilometer an einem Tag – aber auch das war kein Problem, weil die Strassen in Namibia hervorragend sind und wir uns auch mit Fahren abwechseln konnten. Ziemlich am Anfang unserer Reise haben wir direkt nach dem Grenzübertritt nach Namibia im Haus einer guten Freundin, Nicki, in Katima Mulilo übernachten dürfen (sie war in dieser Zeit mit ihren beiden Kindern auch in Namibia unterwegs) und am Ende unserer Reise haben wir Nicki dann wieder heimgesucht und mit ihr drei sehr interessante Tage verbracht und viel geschwatzt und viel gelacht....und im Sambesi gebadet ....Was haben wir auf der Reise sonst noch erlebt? Absolute Highlights waren unsere Abstecher in die namibische Wüste! In Duwisib haben wir in einem antiken Schloss übernachtet, das Anfang des 20. Jahrhunderts ein deutscher Baron erstellt hat (Steine wurden alle aus Europa in die Wüste gekarrt!).....Dann haben wir in Sossusvlei eine der riesigen Sanddünen erklommen (vielleicht 100 Meter hoch) und sind dann wieder „runtergesurft“ ......... in Hauchabfontein in Wahnsinnshitze und absoluter Trockenheit in einer kühlen Quelle gebadet und in der Wüste ausserhalb von Swakopmund die Welwitschia-Planze besucht. Dies ist eine Pflanze, die bis zu 5000 Jahre alt wird ....Unser Auto hat uns fast nie im Stich gelassen: Nur ein platter Reifen (nicht schlecht, huh...) und in Swakopmund an der Atlantikküste haben wir unserem lieben Landcruiser in einer professionellen Toyota-Garage dann ein Uplifting gegönnt - neue Vorderbremsen, loses Bodenblech befestigt, und das neue Autoradio samt gesamter Lüftung wieder instandstellen lassen, weil das Radio vorher in einer Garage in Sambia ziemlich unsachgemäss installiert worden und die gesamte Lüftung verstellt worden war. .................................................................................................................................... Am letzten Sonntag sind wir nach Mpanshya zurückgekehrt und von Dienstag bis Freitag haben wir dann einen weiteren Besuch von Freunden, Roland und Irène, erhalten. Wie schon Peter v/o Gfitzt und Karin, die uns im Mai besuchten, sind auch Roland und Irène tief in unsere beiden Projekte (Altersheim von Lis und Mikrofinanzorganisation von mir) eingetaucht und haben uns in unserem Arbeitsalltag begleitet. Ich glaube und hoffe, dass auch sie diesen ländlichen Ort mit vielen, tiefen Vor-Ort-Eindrücken wieder verlassen haben. Übrigens: Alle, aber auch wirklich alle Adressaten dieses Blogs sind herzlich eingeladen, uns zu besuchen. Wir haben für Besucher ein eigenes, heimeliges Gästehaus aus Lehm und Strohdach! Einfach genug früh anmelden, damit wir uns terminlich einrichten können... .................................................................................................................................... Am letzten Montag bin ich dann nach drei Wochen Abwesenheit ins Büro gegangen. Zuallererst muss ich sagen: Mein Mitarbeiter Elvis Lubasi hat in dieser Zeit hervorragende Arbeit geleistet. Er ist eine absolute Trouvaille! In den drei Wochen, während denen er alleine war, hat er viele weitere Darlehensanträge (sogenannte „Quick assessments“ im Büro = Phase 1 eines Antrages) behandelt und mit dem Motorrad auch zusätzliche Vor-Ort-Besuche (=Phase 2 eines Antrages) bei Antragstellern gemacht. Ebenfalls hat er auch schon bei ein paar Anträgen den Kredibilitäts-Check gemacht (=Phase 3 eines Antrages). In diesem Check wird bei verschiedenen Referenzpersonen (Dorfvorsteher, Priester, Arbeitgeber, Polizei) im engsten Umkreis des Antragstellenden gecheckt, ob diese Person genügend vertrauenswürdig und verlässlich ist. Ab vergangenem Donnerstag hat Elvis dann begonnen, mir schon ein paar Darlehensanträge zur abschliessenden Beurteilung einzureichen. Im Moment haben wir es so festgelegt, dass die schlussendliche Freigabe von Anträgen bis 5'000 Kwacha (=500 CHF) in meiner alleinigen Kompetenz als CEO liegt. Alle Anträge über 5'000 Kwacha lege ich dem sogenannten Credit Committee vor, das jeweils wöchentlich am Freitag Morgen tagt. Meine momentane Bewilligungskompetenz von 5'000 Kwacha erscheint niedrig, aber ich bin froh darüber, dass alle grösseren Darlehen im Gremium dieses Credit Committee behandelt werden. Das Ehepaar Furrer (Matthias und Kathrin), ihr Sohn Benjamin und meine Wenigkeit sind Mitglieder dieses Committees. Die Furrers sind schon rund 20 Jahre in Afrika tätig und seit über 10 Jahren hier in Mpanshya. .................................................................................................................................... „Natürlich“ habe ich bei meiner Rückkehr ins Büro auch ein paar Überraschungen erlebt. Die eine Überraschung war, dass ein grosser Teil des Gebietes (ca. 5 ha) um unser Bürogebäude gerodet worden ist (autsch....!... viele kleine Bäumchen sind dabei umgehauen worden) und der Boden jetzt mit schweren Maschinen so vorbereitet wird, dass darauf Elektro-Installationsmaterial gelagert kann. Jetzt soll es doch Ernst gelten, dass die Regierung die seit Jahren versprochene Anbindung unserer Gegend endlich an das landesweite Elektronetz realisiert. Na ja, schauen wir mal; der jetzt in Aussicht gestellte Termin der Anbindung ist März – ja, richtig, es ist der März 2018 gemeint, nicht „irgendein“ März ... .................................................................................................................................... Eine andere Überraschung war, dass in der Woche zuvor das Schild von „Umino“, das wir vorne an der Hauptstrasse aufgestellt hatten, von Vandalen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag zerstört worden war. Elvis hat es am Donnerstag sofort reparieren lassen und auch schon ein paar Anwohner darauf angesetzt herauszufinden, wer das war. Auch ich habe nach meiner Rückkehr noch mit ein paar Leuten in der Nachbarschaft gesprochen und siehe da, am Dienstag morgen schleppte ein Mann dann schon einen Jugendlichen an und hat ihn in unserem Büro buchstäblich auf den Fliesenboden geschmissen. Im Nu waren dann noch ein paar weitere Erwachsene aus der Nachbarschaft aufgetaucht und haben auch sehr laut auf ihn eingesprochen. Auflösung: Dieser Jugendliche (14 Jahre alt) hat in besagter Nacht mit drei anderen ziemlich viel Alkohol getrunken (!) und diese Gruppe hat dann im Alkoholdelirium aus lauter Blödsinn und wahrscheinlich auch Langeweile unser Schild zerstört. Nach längerem Hin und Her hat der Mann, der den Jugendlichen angeschleppt hatte, diesen dann zur nahestehenden Polizeistation gebracht, wo er inhaftiert wurde. Am Mittwoch hat die Polizei dann zwei weitere Missetäter gegriffen, der vierte Jugendliche war flüchtig. Die Polizei hat uns dann empfohlen, die Jugendlichen für rund 3 Jahre ins Gefängnis zu stecken. Ich wolle dies aus verschiedenen Gründen aber nicht. Ein sambisches Gefängnis muss von innen schrecklich aussehen und vor allem wäre es auch vollständig unverhältnismässig, vier orientierungslose Jugendliche aufgrund dieses Blödsinns ins Kittchen zu stecken. Meine Forderung, die ich bei der Polizei deponiert habe, ist, dass uns die Eltern dieser Kinder angemessen entschädigen und die restliche „Hauptarbeit““, nämlich diesen Jungen diese Flausen auszutreiben, übernehmen dann hoffentlich die Eltern. Ich hoffe dies zwar, ich bin mir da aber nicht so sicher, ob ihnen das gelingt. Für die Jungen hier auf dem Land ist es vielmals nicht einfach, in ein „sinnvolles“ Leben hineinzuwachsen. Einerseits zerfallen wegen den Einflüssen der Moderne (Alkohol, Aids/HIV, Fernsehen und Internet) die bisherigen, traditionellen Werte ziemlich rapid und anderseits gibt es hier auf dem Land sehr wenige Beschäftigungsmöglichkeiten ausser Gelegenheitsarbeiten (sogenanntes „piece work“). Ich hoffe deshalb, mit Umino ein bisschen dazu beitragen zu können, dass in unserem Zielmarkt, dem Rufunsa Distrikt, in der Zukunft mittels Kleinunternehmen ein paar mehr Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden. .................................................................................................................................... Nun noch ein paar Details von Kleinkrediten, die ich in naher Zukunft hoffentlich bewilligen kann: .................................................................................................................................... • Individuelle Darlehen an die 10 besten Farmer der hiesigen Farm-Kooperative Shimwapona (dieser Kooperative gehören etwa 300 Kleinfarmer an). Die Idee dieses Pilotprojekts ist folgende: Die 10 Farmer teilen sich die Kosten der gemeinsamen Beschaffung von Samen und biologisches Pflanzenschutzmittel für Soya Bohnen. Die Kosten für den Anbau, das Jäten des Unkrauts und der Ernte fallen dann beim einzelnen Bauern an. Aber nach der Ernte würde ich über Umino wieder den Transport der gesamten Ernte nach Lusaka finanzieren, damit die Ernte direkt an einen Grossabnehmer in der Hauptstadt verkauft werden kann. Damit schalten wir den Zwischenhandel aus, der die einzelnen lokalen Kleinbauern oft „bescheisst“, indem er zu spät zahlt, viel zu tiefe Preise oder gar nicht bezahlt. .................................................................................................................................... • Finanzierung eines 25 Tonnen-Occasions-Lastwagens für lokale Transporte und Transporte von und nach Lusaka für rund 380'000 Kwacha (rund 38'000 CHF). Richtig, das ist kein Mikrokredit mehr! Aber ... nach meiner ersten ablehnenden Reaktion habe ich mich besonnen und meine, dass es sehr sinnvoll wäre, diesen Kredit als Ausnahme zu bewilligen. Wieso? Mit dem Zinsertrag dieses Darlehens allein könnte ich auf Basis der jetzigen Kostenstruktur den Betrieb von Umino für fast ein halbes Jahr finanzieren. Wäre nicht schlecht, huh...?! .................................................................................................................................... • Ein weiteres grösseres Projekt wäre die Finanzierung eines 2 Tonnen Occasions-Kleintransporters für rund 50'000 Kwacha (rund 5'000 CHF). Dieser Kredit wäre für einen Farmer, der mehrheitlich Mango-, aber auch Bananen- und Orangenbäume hat. Die Mangoernte beginnt jetzt dann schon gegen Ende Oktober und dauert bis ca. Ende Januar. Auch bei Mangos sind die Unterschiede zwischen lokalen Verkaufspreisen und den Verkaufspreisen in Lusaka enorm. Bis jetzt hat der Farmer immer an Händler verkauft, die mit ihren Transportern von Lusaka kamen. Mit dem eigenen Transporter könnte er die Mangos in Lusaka dann zum rund Zehnfachen des lokalen Preises verkaufen – unglaublich! Dieser Business case ist im Fachjargon ein „no brainer“, d.h. da muss man nicht lange überlegen und spitz mit dem Bleistift kalkulieren. ..................................................................................................................................... • Dann haben wir jetzt etliche Farm-Darlehen in der Pipeline, die alle relativ ähnlich aussehen: Kosten eines Traktors oder Ochsengespanns zum Pflügen, Kauf von Samen und in vernünftigem Mass von Dünger und Unkrautvertilgern/Pestiziden. Bezüglich dieser Farm-Darlehen ist interessant zu wissen, dass wir beschlossen haben, dass die Farmer nur so ein Darlehen erhalten, wenn sie bei uns vorgängig zwei Halb-Tagesseminare besuchen, die sie dazu bringen sollen, ihre Felder über die nächsten Jahre gemäss den Prinzipien von organischer Landwirtschaft zu bestellen (kein Abbrennen der Felder, kein oder nur minimes Pflügen, Minimierung bis Verzicht auf Einsatz von Dünger und Herbiziden/Pestiziden) ..................................................................................................................................... • Schliesslich noch ein paar andere, bald spruchreife Darlehen: Darlehen an einen Schreiner, damit er sich Holzplanken kaufen kann, um damit seine Produkte herzustellen / Darlehen an einen Schreiner, damit er sich eine Motorsäge kaufen kann, um selbst Holzplanken herzustellen / Darlehen an eine Frau, damit sie in Lusaka 2nd hand Kleider und Schuhe kaufen und dann hier lokal verkaufen kann / Darlehen an eine Frau, damit sie ihren Lebensmittelladen aufstocken kann / Darlehen an eine Frau, damit sie Mehl und Koch-Öl kaufen kann, um damit sogenannte „Fritters“ herzustellen (sehen aus wie „Berliner“, einfach ohne Komfi drinnen).

8.10.17 19:41, kommentieren