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Die ersten 1,5 Monate

Mitte Januar bin ich jetzt also zusammen mit Lis in Sambia gelandet. Die ersten zwei Wochen habe ich mich in aller Ruhe in unserem gemütlichen Häuschen heimisch eingerichtet. Zum Einrichten gehörte auch, dass wir neben unserem Hund Alex neu auch eine Katze besorgt haben. Die Katze ist männlich und heisst Findus. Wir haben ihn von den Ordensschwestern aus dem Spital aus dem neusten Wurf erhalten. Findus' hat auch einen Auftrag, genau wie Alex als Wachhund. Die Stellenbeschreibung von Findus hat die Überschrift "Freihalten des Krämergrundstücks von giftigem Getier" - und davon gibt es hier schon eine ganze Menge. Die beiden natürlichen Feinde - Katze und Hund - aneinander zu gewöhnen war schon eine rechte Herausforderung und erforderte ziemlich Geduld. Umso mehr, weil Alex erst vor kurzem wieder mal ein Eichhörnchen aus unserem Garten verspeist hat und Findus so ziemlich die Grösse und Farbe eines solchen Tierchens hat. Doch wie ihr seht, hat Findus den Einzug in unserem Haus bestens überlebt und wirkt ziemlich entspannt = keine Angst, dass ihn nächstens ein Hundegebiss in zwei Teile montiert. Bis Ende Januar habe ich weitere Einrichtungsarbeiten vorgenommen, wie Computer im Heimnetzwerk installieren, eine Net-VOIP-Verbindung mit Schweizer Telefonnummer organisieren oder eine Mitgliedschaft bei HydeMyAss zu organisieren. Mit der Letzteren können wir jetzt eine Computer-Adresse in jedem Land auf der Welt simulieren. Wir brauchen dies vor allem, um Schweizer Fernsehsendungen anzuschauen, z.B. meine Lieblingssendung "Sport am Wochenende" mit Matthias Hüppi :-). Ohne diese HydeMyAss-Funktionalität würde der Server des Schweizer Fernsehens erkennen, dass wir uns vom Ausland einwählen und den Zugriff verweigern. Auch habe ich bis zum 1. Februar Männerarbeiten gemacht, wie Dach abdichten oder Werkzeugkisten entrümpeln. Die Blechdächer hier sind meistens undicht an den Stellen, wo die Nägel in die darunterliegenden Holzbalken geschlagen werden. Diese Stellen muss man ab und zu abdichten, am Besten mit SIKA-Kleber, ein tolles Schweizer Produkt - kann ich bestens auch für Eure Häuser empfehlen. Am 1. Februar habe ich dann offiziell meine neue Tätigkeit bei der Furrer Foundation aufgenommen. Die "Gmerkigen" von Euch werden auch schon gesehen haben, dass ich bereits eine entsprechende Email-Adresse von Furrer Foundation habe. Ich verdanke dies Simon Knoth, der sich spontan bereiterklärt hat, für die momentanen 5 Mitarbeiter der Furrer Foundation Emails und auch eine Webpage aufzusetzen (Nochmals danke, Simon!). Achtung: Die Webpage ist noch "under construction". Meine Aufgabe ist es, in den nächsten vier Jahren eine Mikrofinanzorganisation hier auf dem Land aufzubauen. Nachfolgend die Aussenansicht des neu erstellten Gebäudes, in dem meine Organisation in den nächsten 1-2 Monaten ihre Tätigkeit aufnehmen wird.Und hier die Innenansicht.... Und hier eine gestellte Foto an meinem zukünftigen Arbeitsplatz .... ..... gestellt, weil - wie Ihr seht - ausser den wichtigsten Möbeln noch nicht viel im Gebäude ist. Strom und Wasser wurde in der vergangenen Woche angeschlossen. Ich bin im Moment daran, das Detailkonzept der Mikrofinanzorganisation zu erstellen. Wir wollen diese "Umino" nennen. Umino ist ein Kunstwort und setzt sich aus den drei Worten der hiesigen Stammessprache zusammen "UMoyo wa bwINO" (die Grossbuchstaben bilden das Kunstwort). Umoya wa bwino heisst auf Englisch "Better Life". Zur Erstellung des Detailkonzepts habe ich schon viele Gespräche geführt und werde noch weitere führen. Hier in Mpanshya habe ich neben Gesprächen mit ausgewählten "normalen" Leuten auch meine Aufwartung bei den drei "Mächtigen" gemacht: District Commissioner, Council Chairperson und Chieftainess. Die beiden Ersteren stehen für die Regierungsorganisation der Republik Sambia und die Letztere ist die Stammesführerin. Die Chieftainess ist die Vertreterin der traditionellen Stammesorganisation und wird mit "Her Royal Highness" angesprochen. Aus Umino werden wir Kleinkredite für Farmer und Kleinunternehmer anbieten. Den Zins, den wir offerieren können, ist mit 32% konkurrenzlos günstig. Kein Witz! Der Durchschnittszinssatz der hiesigen Geschäftsbanken liegt derzeit zwischen 44% bis 48%. Die Zinssätze von zwölf lokalen Mikrofinanzorganisationen, die ich analysiert habe, liegt je nach Organisation und offeriertem Produkt zwischen 60% und 280%. Richtig: das ist mindestens schon teilweise, wenn nicht vollständiger Wucher. Ich mache natürlich auch schon meine ersten Gehversuche in der hiesigen Kultur - und wen überrascht es nicht, ich habe leider auch schon Erfahrung mit Korruption oder mindestens einem Versuch dazu gemacht. Bei meinem Gespräch mit dem Amt, wo wir Umino dann als Gesellschaft registrieren werden, hat mir die zuständige Dame sehr unmissverständlich mitgeteilt, dass sie gerne die erste Kreditnehmerin wäre. Sie wollte einen grösseren Betrag, um ein eigenes Internet-Kaffee in der Hauptstadt Lusaka aufzumachen. Leider musste ich ihr erklären, dass unsere Tätigkeit strikte auf die ganz arme Landbevölkerung zugeschnitten ist und ich somit bedauerlicherweise nicht in der Lage wäre, sie zu unterstützen. Eine andere Erfahrung war der Kauf eines eigenen Autos. Der Agent, über den ich das Auto gekauft habe, hat mir bei all seiner Ehrlichkeit versichert, dass jedes Auto, das ich bei ihm kaufe, während Jahren keine massgebliche Reparatur braucht und dass bei dem Auto, das er mir speziell empfohlen hat, vier brandneue Reifen montiert sind (die sind hier nämlich recht teuer). Fazit: Zwei Reifen waren vollständig abgefahren und mussten schleunigst ersetzt werden und die restlichen Ersatzteile, die ich noch verbauen lassen musste, zähle ich hier lieber nicht auf, sonst würde es den Rahmen dieses Blog sprengen. Aber wie man so schön sagt: Bilder sagen mehr als tausend Worte...

9 Kommentare 5.3.17 12:27, kommentieren